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Wie die Franzosen deutsches Bier nach Vietnam brachten

Wir sind unterwegs. Dieses Mal nicht in Asien, sondern in Europa. Aber irgendwie ist Asien überall. Auf der Fahrt durch Lothringen springt uns von einer Hauswand eine alte Werbung für ein Bier ins Auge.

Es ist ein Bier der Marke „33“. Das Logo – unserem vietnamesischen Lieblingsbier „333“ sehr ähnlich.

Eine Recherche im Internet ergibt: Ende des 19.Jahrhunderts kaufte eine französische Brauerei die deutsche Marke „33“. Der Name leitete sich offensichtlich von der Flaschengröße 0,33l ab. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Produktion in die französische Kolonie Indochina, genauer nach Saigon, verlegt. Gebraut wurde mit deutschem Hopfen und Malz und vor allem nach deutscher Brautechnik – wen wundert es, dass das Bier während des Vietnamkriegs das Lieblingsbier der amerikanischen Soldaten war.

Um sich von der kolonialen Vergangenheit zu befreien, benannten die jetzt in Vietnam herrschenden Kommunisten das Bier in „333“ um. Außerdem ist im vietnamesischen die „333“ eine Glückszahl.
Aber nicht nur der Name änderte sich. Finanzielle Engpässe führten dazu, dass keine deutsche Gerste mehr importiert werden konnte. Kurzerhand wurde die Gerste durch vietnamesischen Reis ersetzt. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. „333“ ist ein erfrischendes leichtes Bier, das perfekt in die tropische Hitze Asiens passt.

Das „333“ – Vietnamesisch ausgesprochen „ba ba ba“ – zählt heute in Vietnam zu den Premiumbieren.

Es wird von Vietnams führender Brauerei Sabeco produziert und in viele Länder exportiert.
Die ursprüngliche Marke „33“ gibt es noch immer. Sie wird heute aber nur noch in Frankreich verkauft und gehört mittlerweile zum niederländischen Heineken Konzern.

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