Thai Küche – Was macht sie aus?

Süß, sauer, salzig, bitter und scharf: Die gelungene Balance dieser Geschmacksrichtungen ist das Geheimnis der Thai-Küche.
Bekannt wurde die Thai-Küche in Europa und Amerika durch amerikanische Soldaten, die sich vom Inferno des Vietnam-Kriegs an den Stränden Thailands erholten und dem nach Kriegsende einsetzenden Tourismus. Heute ist Thailand die südostasiatische Touristendestination Nr.1.

Überall in Europa, Australien und den USA gibt es Thai-Restaurants. Jeder kennt Gerichte wie Papayasalat som tam, Hühnersuppe mit Galgant und Kokosmilch tom kha gai, gebratene Nudeln pad thai und natürlich Grünes Curry kaeng khiao wan bzw. Rotes Curry kaeng phet.

Jedoch hat Thailand, das sich allein von Norden nach Süden über fast 1700 km erstreckt, deutlich mehr zu bieten. Grob unterteilt gibt es allein vier Regionalküchen, die in sich wiederum variantenreich sind: Die Dschungelküche des Nordens arbeitet viel mit Blättern, Sprossen und trockenen Gewürzen; im Nordosten gedeiht eine stark von Laos beeinflusste Küche mit einfachen, aber kräftig gewürzten Zutaten, die zum Teil roh gegessen werden; in der zentralen Tiefebene mit Bangkok verführen die klassischen grünen und roten Currys mit süßem Palmzucker, salziger Garnelenpaste und reichhaltiger Kokosmilch; im Süden prägt Schärfe die typischen Gerichte, hervorgerufen durch Unmengen von Chilischoten zusammen mit trockenen Gewürzen wie Kreuzkümmel und Nelken, die den muslimischen Einfluss deutlich spüren lassen.

Thai Rezepte gibt es wie Sand am Meer, doch die meisten Köche unterschätzen die Komplexität der Thai Küche. So kann man mit fertigen Zutaten relativ einfach thailändisch kochen, wird aber nie den authentischen Geschmack damit erzielen. Eine fertige Thai Curry Paste ist nicht zu vergleichen mit einer selbst gemischten und im Mörser gestampften.

Der wohl beste westliche Kenner der Thai-Küche, der australische Autor und Sternekoch David Thompson sagt:
„Die Thai Küche ist alles andere als einfach. Es geht um das Zusammenbringen von unterschiedlichen Elementen zu einem harmonischen Ganzen. Wie ein komplexer musikalischer Akkord muss es eine angenehme und gefällige Oberfläche haben, ohne dass man merkt, was sich darunter abspielt. Einfachheit ist hier keinesfalls die Maxime. Einige Europäer glauben es wäre ein Mischmasch von Aromen, aber ein Thai weiß, dass es die Komplexität ist, die das Vergnügen am Essen ausmacht.“

»Das Vergnügen am Essen« wurde in Thailand ursprünglich ohne Besteck gepflegt, traditionell aß man mit der rechten Hand, was uns aus Indien bekannt, aber auch sonst in Südostasien üblich ist. Mit zunehmendem westlichen Einfluss setzte sich im 19. Jahrhundert der Gebrauch von Löffeln und Gabeln durch. Dabei verwendet man die Gabel nur, um die Speisen auf den Löffel zu befördern, man führt sie aber nicht zum Mund! Der Gebrauch von Stäbchen kam durch den Einfluss der Chinesen. Nudelsuppen, die chinesischen Ursprungs sind, werden daher auch immer mit Stäbchen gegessen. Das einzige Land Südostasiens, in dem ausschließlich mit Stäbchen gegessen wird, ist übrigens Vietnam – eine Folge von 1000 Jahren chinesischer Besatzung.

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