Curryfisch am Strand von Hoi An

Ein Spaziergang durch das kleine Dörfchen An Bang an der Küste zwischen Danang und Hoi An. Das „Pok Pok“ eines Holzmörsers ist in einer der Gassen zu hören.  Im Hof eines Hauses sitzt ein älterer Mann auf dem Fliesenboden und stampft etwas in seinem Mörser. Beim näheren Hinsehen sieht man saftig grünes Zitronengras, leuchtend gelbe Kurkuma, knallrote Chilis und pinkfarbene Zwiebeln in einer Metallschale, die vor ihm steht.

Er spricht kein englisch, ich kaum vietnamesisch, die Unterhaltung kommt nicht so recht in Gang. Erst die Tochter, die aus dem Haus kommt um getrocknete Reisfladen über Holzkohlenfeuer knusprig zu rösten liefert eine Erklärung:

Ihr Vater stampft eine aromatische Currypaste aus frischen Gewürzen, in die Fisch eingelegt wird. Am späten Nachmittag zieht die ganze Familie – Mutter, Vater, Tochter und zwei Söhne – an den Strand von An Bang. Dort wird der Fisch zusammen mit Lotblättern in Bananenblätter gewickelt und über Holzkohlenfeuer gegrillt.

Meine Neugier ist geweckt, offensichtlich gibt es ein authentisches Familienrezept zu erfahren. Ich verabrede mich für den Abend mit der Familie am Strand.

Fisch_Currypaste Curryfisch am Strand von Hoi An

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Gegen 5 Uhr lässt die tropische Hitze etwas nach. Jetzt zieht die Familie – die Mutter voran – schwer bepackt an den Strand, der mittlerweile nach und nach von vietnamesischen Familien und Gruppen von jungen Leuten bevölkert wird.

Die Familie baut ihren kleinen Stand auf, der Holzkohlengrill wird angefeuert und für die zu erwartenden Gäste werden Bastmatten auf dem Sand verteilt.

Nach dem Bad im Meer hungrig geworden, setzen sich die ersten Gäste auf die Bastmatten. Sie bestellen Cola oder Bier und natürlich den Grillfisch. Die Wartezeit überbrückt man mit knusprigen Reisfladen Banh Trang. Dies sind Fladen aus Reismehl, versetzt mit geraspelter Kokosnuss und weißem Sesam. Sie werden erst getrocknet und dann über Holzkohlenfeuer geröstet, bis sie Blasen werfen und knusprig werden.

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Der Fisch wird auf einem Plastikteller serviert, zusammen mit Reispapier, frischen Kräutern und grünem Salat. In eine Hand nimmt man Reispapier und gibt Kräuter und Salat darauf. Dann öffnet man das Päckchen mit dem Fisch und löst mit den Stäbchen etwas von dem aromatischen Fleisch. Alles wird jetzt in das Reispapier gewickelt und in einen Dip aus Fischsauce, Limettensaft, Chilis und Zucker getunkt. Ein preiswertes und vor allem leckeres Vergnügen.

Das Rezept haben wir natürlich mitgenommen: Gegrillter Curryfisch im Bananenblatt

Aber am Strand von Hoi An gibt es noch mehr Leckereien: Reissuppe mit kleinen Venusmuscheln und zum Abschluss ein süsses Dessert aus Sojamilch und Karamell.

Wenn dann die Sonne langsam untergeht und die Dämmerung alles in ein blaues Licht taucht, fühlt man sich im Paradies.

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