Pho Bo zu jeder Tageszeit – Street Food in Hanoi

Ankunft in Hanoi, der ältesten noch existierenden Stadt Südostasiens. 6,5 Millionen Einwohner im Grossraum Hanoi, ein fast nicht existenter öffentlicher Nahverkehr – keine U-Bahn, eine Eisenbahnlinie – Fahrradrikschas, Millionen von Mopeds und mittlerweile viele dicke SUV’s westlicher Herkunft prägen die Stadt, die der Neuankömmling erst mal als heiß, schwül, laut und chaotisch empfindet.

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Belebte Kreuzung in der Altstadt Hanois

Im Reiseführer steht „die vietnamesische Küche gehört zu den großartigsten kulinarischen Geheimnissen Asiens“ (Lonely Planet, Vietnam 2012). Als Erstbesucher hat man allerdings den Eindruck, dass die Stadt es versteht diese Geheimnisse für sich zu behalten…..

Also bringen wir etwas Ordnung in das Chaos: Hanoi hat, wie alle Städte Südostasiens eine lange Tradition im Essen auf der Strasse. Trotzdem gab es eine Zeit in der es keine Strassenküche gab. Schon 1954, vor der Niederlage und dem Abzug der französischen Besatzung versuchte sich die neue kommunistische Regierung Nordvietnams in einer Bodenreform nach sowjetischem bzw. rotchinesischem Vorbild. Die Folge waren Hungersnöte, die sich über die Dauer des Krieges gegen die Amerikaner und darüber hinaus bis in die späten 1980er Jahre hinzogen. Die letzte Hungersnot war 1988!

In dieser Zeit des Mangels, der Rationierungen und des Schwarzhandels mit Lebensmitteln war öffentliches Essen praktisch unmöglich. Jeder versuchte, das was er an Essbarem bekommen konnte vor dem Nachbarn geheimzuhalten, der Geruch eines gekochten Huhns konnte schon zur Denunziation bzw. Anzeige bei der Polizei führen. Die wenigen öffentlichen Restaurants waren Parteikadern und deren Gästen vorbehalten, Privatinitiative war ohnehin verboten. Erst mit der Einführung von Reformen „Doi Moi“ (deutsch: „Erneuerung“) Ende der 1980er Jahre konnte sich nach und nach eine Privatwirtschaft entwickeln. Jetzt schossen die Suppenküchen und Grillstände aus dem Boden, jeder Zentimeter Bürgersteig wurde belegt  und eine Esskultur begann zu blühen, wie man sie in anderen Ländern kaum kennt.

Hanoi Strassenüche (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Hier gibt es Frühlingsrollen – Nem Ran und Minifrikadellen – Bun Cha

Vietnamesen leben um zu essen und sind eigentlich fast den ganzen Tag damit beschäftigt. Der Tag beginnt mit der morgendlichen Pho, dann ein paar frittierte Teigringe, etwas Obst mit Chili und Salz oder auch ein Sandwich Banh Mi und schon ist es wieder Mittag, Zeit für gegrillte Bun ChaBo La Lot oder eine kräftige Bun Bo Hue. Den Nachmittag verbringt man mit ein paar Snacks, glücklicherweise beginnt das Abendessen schon gegen 5 Uhr, erst mal ein kühles Bier mit ein paar Kleinigkeiten im Bia Hoi , dann vielleicht ein Hotpot Lau Thap Cam oder gegrillte Meeresfrüchte und zum Abschluss ein süsses Che.

Die Stände und Garküchen, die diese Gerichte anbieten, ändern ihren Standort, ihre Öffnungszeiten und auch manchmal ihre Qualität. Zudem ist es in einer so wuseligen unübersichtlichen Stadt wie Hanoi schwierig, Adressen zu nennen, die der Uneingeweihte dann auch findet.

Was macht also der hungrige Traveller? Zuerst an der Rezeption seines Hotels die einheimischen Mitarbeiter fragen. Vietnamesen sind sehr stolz auf ihre Küche und freuen sich, einen Touristen damit bekannt zu machen.

Fragen Sie aber anfangs hartnäckig nach authentischer Straßenküche, oft nennt man Ihnen erst ein eher touristisches Lokal – man will ja auf „Nummer Sicher“ gehen – bevor man mit den Tipps der Einheimischen herausrückt. Fragen Sie auch nach der Uhrzeit, wann es dieses Gericht gibt! Lassen Sie sich die Adressen am besten auf einer Karte – gibts meistens an der Rezeption – eintragen. Dazu vielleicht noch den Namen auf vietnamesisch, um vor Ort noch einmal nachzufragen.

Gehen Sie nun mit Food-Guide und Karte bewaffnet los und scheuen Sie sich nicht, auch auf der Strasse Vietnamesen anzusprechen, Ihnen die Fotos zu zeigen und auf die vietnamesische Übersetzung zu deuten. Man wird Ihnen gern mit Handzeichen die Richtung weisen.

Noch einfacher ist es, wenn Sie sich unsere Vietnam eat&travel App herunterladen

Wenn Sie dann die Garküche Ihrer Wahl gefunden haben, werfen Sie einen Blick in die Pfannen und Töpfe. Ist alles frisch oder scheint es schon seit Stunden vor sich hin zu köcheln? Sitzen viele Vietnamesen dort und essen oder ist der Stand leer? Ein voller Stand, alle Plätze besetzt und die Belegschaft alle Hände voll zu tun, das ist ein untrügliches Zeichen für Frische. Keine Angst, Vietnamesen essen schnell und damit gibt es auch schnell freie Plätze. Oft sind auch Stände mit dem gleichen Gericht nebeneinander angeordnet.

Vergleichen Sie, bevor Sie sich entscheiden. Wenn Sie sich entschieden haben, setzen Sie sich einfach an einen der kleinen Tische auf niedrige Plastikhocker, nehmen Sie sich Stäbchen und Löffel aus den bereitgestellten Behältern, wischen sie  mit einem Papiertuch ab und harren Sie der Dinge, die da kommen.

Bestellen müssen Sie meist nicht, das Essen kommt von allein. Zu fast jedem vietnamesischen Gericht gehörten ein Teller oder ein Korb mit frischen Kräutern und Salatblättern, die dem Ganzen die Frische und Leichtigkeit verleihen, für die die Küche berühmt ist.die natürlich mit normalem Leitungswasser gewaschen sind. Zumindest in den größeren Städten und auch im Hochland ist die Wasserqualität einwandfrei, sodass man auch das rohe Gemüse ohne Bedenken zu sich nehmen kann.

Salatteller (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Frische Kräuter sind die Seele der vietnamesischen Küche

Als Getränk reicht man kostenlos Wasser – sollte man aber stehenlassen – oder grünen Tee, besser aber trinkt man aus originalverpackten Flaschen. Ab und zu gibt es auch Bier aus der Flasche, das aber meist warm ist und dann mit Eiswürfeln gekühlt wird. Da vielleicht anschliessend besser die Hotelbar oder ein Bia Hoi  aufsuchen.Nach dem Essen wird meist bei der Standinhaberin gezahlt, Touristen zahlen – fast immer – den doppelten Preis, aber bei Beträgen zwischen 1 und 2 Euro ist das durchaus zu verkraften.

Tee (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Lotos-Tee mit kandierten Lotos-Kernen

 

Also beginnen wir mit unserem kulinarischen Spaziergang durch Hanoi, der früh morgens beginnt und bis zum Abend dauert:

Zum Frühstück zwischen 6:00 und 8:00 Uhr hat man die Wahl zwischen:

Vietnamesischer Nudelsuppe  – PHỞ BÒ mit Rind oder PHỞ GÀ mit Huhn
Pho Bo Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Pho Bo – das bekannteste Gericht Vietnams

Pho Bo ist eine kräftige Rindfleischsuppe mit Reisnudeln, gewürzt mit Schwarzem Kardamom, Sternanis, Zimtstange und geröstetem Ingwer. Dazu serviert man frische Kräuter. Pho Bo Tai ist mit rohem Fleisch, das in der Brühe kurz gegart wird. Pho Bo Chin mit gekochtem Rindfleisch und Pho Tai Nam mit beidem.

Diese bekannteste aller vietnamesischen Suppen wurde von den Franzosen inspiriert, die den Genuss von Rindfleisch  erst einführten. Davor wurden Ochsen nur als Arbeitstiere verwendet und man aß Schwein, Huhn und Fisch. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sprossen Suppenküchen wie Pilze aus dem Boden und die Pho Bo wurde das bevorzugte Frühstück und auch Abendessen der Bewohner Hanois bzw. heute ganz Vietnams.Man bekommt sie in einigen Hotels auf Nachfrage zum Frühstück, am besten aber morgens ab 7 Uhr auf der Strasse.

Meist bekommen Sie einen separatenTeller mit Kräutern und Sojasprossen gereicht. Außerdem stehen Fischsauce, Limetten und Chilis auf dem Tisch. Würzen Sie mit ein paar Spritzern Fischsauce, pressen Sie einen Limettenschnitz in die Suppe, zupfen Sie die Blätter von den Kräuterstängeln und geben Sie sie zusammen mit ein paar Sojasprossen nach und nach zur Suppe. Einen Löffel in die linke und die Stäbchen in die rechte Hand und los geht’s.

Eine der bekanntesten Pho Bo – Küchen ist das Pho Gia Truyen in der Altstadt

Ihre Schwester Pho Ga wird mit Huhn zubereitet. Die Brühe ist lediglich mit Ingwer und Schalotten gewürzt, natürlich gibt es dazu auch Kräuter, manchmal sogar feingeschnittene Limettenblätter.

Wer es kräftiger im Geschmack mag, probiert:

Suppe mit Krabbenfleisch – BÚN RIÊU CUA
Bun Rieu_Street1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Bun Rieu mit Garnelenpaste Mam Tom

Fein zerkleinertes Krabbenfleisch wird zusammen mit Schweinefleisch, Ei und Gewürzen zu einer leichten, luftigen Mousse gegart und in einer Brühe mit Tomaten und Frühlingszwiebeln mit Nudeln zusammen serviert.

Ein Gericht der Straßenküche, das ursprünglich nur mit Softshell-Crabs zubereitet wurde, einer Blaukrabbe, die im Moment des Panzerwechsels gefangen wird und deren neuer Panzer noch so weich ist, dass man ihn mitessen kann.

BÚN RIÊU gibt es meist morgens alternativ zur PHỞ BÒ. Man erkennt sie an der orangeroten Farbe. Ausgesprochen wird sie [buun siu].

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Bun Rieu frisch zubereitet

 

Wenn man keine Suppe zum Frühstück mag, versucht man

Gerollte Crêpes aus Reismehl – BÁNH CUỐN
Banh Cuon_Street Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Banh Cuon mit vietnamesischer Mortadella

Hauchdünne Crêpes, über heissem Dampf gegart gefüllt mit Hackfleisch, Schalotten  und Pilzen.

Die hohe Schule der vietnamesischen Kochkunst ist am besten an den Straßenständen Hanois zu beobachten, wo gedämpfte Crêpes die sogenannten Banh Cuon hergestellt werden. Ursprünglich aus dem Süden Chinas stammend, haben sie die Vietnamesen auf ihre Art abgewandelt und verfeinert. Reismehlteig wird mit einem Schöpflöffel, bestehend aus der halbierten Schale einer Kokosnuss auf ein Tuch gegossen, das über einen Topf mit kochendem Wasser gespannt ist. Nun wird der hauchdünne Crêpe über Dampf gegart, mit einem Holzspatel abgenommen, mit einer Fleischfüllung versehen und zusammengerollt.
Mit frittierten Schalotten und Garnelenpulver bestreut in einen Dip aus Fischsauce und Limettensaft getunkt, ist es neben der Nudelsuppe „Phở“ eines der bevorzugten Gerichte, die man in Hanoi zum Frühstück isst.
Genaue Adressen für diese Gerichte gibt es in unserer Vietnam eat&travel App :

Banh Cuon Herstellung (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Hier kann man die hohe Schule der vietnamesischen Straßenküche bewundern

Jetzt ist es Zeit für einen Kaffee. Wenige kennen die lange Kaffeetradition Vietnams. Wer aber einmal einen

Kaffee – CÀ PHÊ SỮA ĐÁ

probiert hat, macht eine ganz neue und exotische Erfahrung:

Kaffeebohnen werden stark geröstet, grob gemahlen und in einen Metallfilter gepresst, heisses Wasser wird aufgegossen und tropft langsam durch den Filter in ein Glas, in dem sich ein kräftiger dem Espresso ähnlicher Kaffee sammelt. Getrunken wird er mit dicker süßer Kondensmilch, oft auch auf Eis.
Meist ist es ist der kräftige Robusta-Kaffee, der im Hochland angebaut und nach alter französischer Tradition im Metallfilter aufgegossen wird.

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Man sagt, die alten Aluminiumfilter ergäben den besten Kaffee

Bestellen Sie in einem der kleinen Cafés mit Nachdruck, sonst kommt die Touristenversion:

– cà phê phin (mit Filter)

– cà phê đen (schwarz)

– cà phê nâu oder sữa (mit Milch)

– cà phê đá (mit Eis),

– cà phê nóng (heiss)

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Kaffee mit Zabaione – Ca Phe Trung

Wer Lust auf etwas Süsses hat probiert

CHÈ oder BÁNH TRÔI
Che Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Che Thap Cam – mit allem auf Eis

Vietnamesen essen gern Süsses zwischendurch als Snack oder abends beim Spazierengehen. Che ist nur der Überbegriff für süsse Getränke, Puddings u.ä. und wird aus Gläsern getrunken oder in Schälchen gegessen. Man serviert es kalt auf Eis oder auch warm. Grundlage sind meistens Bohnen – Sojabohnen oder Mungbohnen – die mit Zucker gekocht werden. Dazu gibt es verschiedene Früchte – frisch oder als Kompott – und auch gern Kokosmilch. Die Variationen sind so vielfältig, das man am besten an einem Che-Stand das Wort thap cam „mit allem“ – verwendet, dann bekommt man eine gute Auswahl aller Che-Varianten.

Lecker sind auch Banh Troi, süsse Bällchen aus Klebreis, gefüllt mit Rohrzucker in einem süssen Sirup.

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Che Stand in einer Gasse hinter dem Dong Xuan Markt

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Banh Troi in der Chan Cam Strasse

Der Mittag beginnt schon gegen 11 Uhr mit den Vorbereitungen für die Mahlzeiten. Bis 12 Uhr sollte man seinen Platz in einer der  Straßenküchen gefunden haben, sonst könnte es zu spät sein.

Gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln – BÚN CHẢ
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Bun Cha – ein Traum für Freunde des Holzkohlengrills

Kleine Frikadellen und dünne Scheiben aus Schweinefleisch werden mit Karamellsauce und Schnittlauch gewürzt über Holzkohle gegrillt. Mit Reisnudeln und Kräutern in ein Salatblatt gewickelt, tunkt man sie in eine leichte Sauce aus Limettensaft, Fischsauce und grüner Papaya.

Bun Cha ist ein relativ einfaches Rezept und doch lässt es jeden Bewohner Hanois ins Schwärmen geraten, wie den Dichter Thach Lam (1909 – 1941), der als einer der bekanntesten Gourmets Hanois galt:
„Ein Hauch des herrlichen Grillgeruchs ist genug, um den Poeten in einem zu wecken. Da ist eine Wolke von blauem Rauch, die an einen Nebelschleier erinnert, der über einem Berghang liegt. Das Zischen eines kleinen Tropfens Fett, der auf die Glut fällt, ruft ein sehnsuchtsvolles Seufzen hervor….!“
Noch heute genießt man Bun Cha am besten um die Mittagszeit auf der Straße, an einem kleinen Stand auf Plastikstühlen umgeben vom Duft des Holzkohlengrills.

Vor Ihnen steht nun eine Schale mit der Dipsauce, ein Teller mit kalten, in Stücke geschnittenen Reisnudeln, Salat und Kräutern und natürlich die heißen, kleinen Frikadellen bzw. Fleischscheiben. Man nimmt ein Salatblatt, gibt etwas Kräuter und Reisnudeln darauf, dann etwas Fleisch, wickelt das Ganze zu einem Päckchen und tunkt es in die Sauce. Oft werden auch frittierte Reispapierrollen Nem Ran dazu serviert (siehe unten)

Frittierte Reispapierrollen – NEM RÁN HÀ NỘI
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Heiß frittierte Frühlingsrollen mit Papayadip

Die vietnamesische Variante der chinesischen Frühlingsrollen: Aus dünnem Reispapier gewickelt, mit Schweinefleisch, Karotten und Pilzen gefüllt, werden sie in heissem Öl frittiert. Dazu gibt es Salat, Kräuter und ein kühles Bier.

Auch ein sehr altes Gericht aus der Straßenküche Hanois, das man mittlerweile relativ selten findet. Falls man auf einen Stand trifft, sollte man allerdings die Gelegenheit nutzen, Halt machen und die frisch frittierten Rollen genießen.

Meist wird der Stand von einer ganzen Familie betrieben, die Mutter frittiert die Rollen in einem großen Topf mit Erdnussöl und hat gleichzeitig die Oberaufsicht, die restlichen Mitglieder teilen sich die Aufgaben der Vorbereitung, des Servierens an kleinen Plastiktischen, des Kassierens und schließlich des Spülens.

Die Rollen werden zum Servieren mit einer Schere in 3 Teile geschnitten,  dazu kommt ein Korb mit Salat und Kräutern und eine Schale mit Dip-Sauce die mit Papyascheiben verfeinert ist. Zum Essen tunkt man alles in die Sauce.
Zur Einstimmung auf den Abend beginnt man am besten zwischen 17:00 und 18:00 Uhr mit einem frischgezapften Bier in einem Bia Hoi, der vietnamesischen Variante der Mikro-Brauereien. In kleinen Hausbrauereien wird täglich ein frisches, spritziges Bier mit niedrigem Alkoholgehalt gebraut. Man serviert es in kleinen Strassenkneipen und isst kleine Snacks dazu. Heute wird wahrscheinlich das Bier überwiegend von der größten Brauerei Hanois HABECO geliefert, schmeckt aber immer noch herrlich frisch.

Übrigens beginnen hartgesottene Bia-Hoi Trinker schon morgens mit dem ersten Glas, da sie überzeugt sind, es sei dann am frischesten………..

Nehmen Sie einfach Platz auf den kleinen Plastikstühlen, die auf dem Bürgersteig aufgestellt sind, das Bier kommt von allein in grünen Gläsern aus Recycle-Glas und wegen des Essens schaut man am besten, auf Nachbars Teller und bestellt dann.

In der Altstadt ist die Nr.1 in der 2 Duong Thanh, an der Kreuzung mehrerer Straßen. Spezialität ist hier der frittierte Tofu mit Kräutern und Salz-Pfeffer-Limetten-Dip
Ein sehr vietnamesischer Biergarten mit alten Bäumen findet sich in der 19C Ngoc Ha hinter dem Ho-Chi-Minh-Mausoleum. Hier sollte man aber zum Lesen der Speisekarte am besten einen Einheimischen dabei haben. Das Bier schmeckt aber auch so.

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Abendstimmung im Bia Hoi

 

Lẩu (Hot Pot)
Lau (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Vietnamesisches Fondue

Ein großes Abendvergnügen für Vietnamesen ist der Hot Pot, bei uns oft als Fondue chinoise bezeichnet. Auf vietnamesisch heisst es Lau und wird in verschiedensten Variationen serviert:

Lẩu hải sản ist mit Meeresfrüchten
Lẩu gà ta ist mit Huhn
Lẩu bò mit Rind
Lẩu dê mit Ziege
Lẩu thập cẩm mit Allem

Vom Hoan Kiem See kommend biegt man von der Hàng Giấy direkt nach der Eisenbahnbrücke rechts in die schmale Gầm Cầu ein, zur  rechten Hand den Bahndamm. Links findet sich ein Restaurant am anderen, rechts sind die dazugehörigen Tische und Stühle auf der Strasse aufgebaut. Man setzt sich an einen der Tische, bekommt einen Gaskocher daraufgestellt, darauf kommt ein Topf mit heißer Brühe, in der schon Gemüse, Pilze etc. schwimmen. Dazu gibt es Platten mit Fleisch oder Fisch, weiterem Gemüse, Nudeln und einer Dipsauce. Wenn die Brühe kräftig kocht, befördert man Nudeln, Gemüse und alles weitere nach und nach in den Topf, wartet bis es gar ist und nimmt es dann mit einem Sieblöffel oder einfach den Stäbchen heraus in die jeweils eigene Schale, tunkt in die Dipsaucen und geniesst.

 

Schön ist auch am frühen Abend ein Spaziergang am Westsee. Auf dem Seedamm, der den kleinen See Hồ Trúc Bạch vom großen Westsee trennt findet man

Frittierte Garnelenplätzchen – BÁNH TÔM HỒ TÂY
Banh Tom (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Für Banh Tom werden eigens hergestellte Frittierlöffel verwendet

Frittierte Garnelen in einem Teig aus geraspelten Süßkartoffeln sind eine alte Spezialität Hanois, die man im Restaurant Banh Tom Ho Tay auf diesem Damm serviert bekommt. Das Restaurant ist benannt nach dieser Spezialität. Dort auf der überdachten Terrasse genießt man mit Blick auf den See diese knusprige Köstlichkeit begleitet von einem Fischsaucendip und einem Teller mit Kräutern und Salat. Dazu ein kaltes Bier und der Abend kann beginnen.

www.banhtomhotay.com

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Auf der Terrasse des Banh Tom Ho Tay kann man herrlich sitzen

 

Wenn man vom Restaurant Banh Tom Ho Tay über den kleinen Truc Bach-See blickt, sieht man die gleichnamige Halbinsel. Hier gibt es abends in den kleinen Gassen eine besondere Spezialität: Pho Cuon, Rollen aus dünnen Nudelteig-Blättern, in die Fleisch, Gemüse und Kräuter gewickelt werden.
Genaue Adressen gibt es in unserer Vietnam eat&travel App :

Pho Quon Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Das kleine Familienrestaurant serviert eine leckere Spezialität

 

Ein absoluter Klassiker Hanois ist

Gegrillter Fisch – CHẢ CÁ LÃ VỌNG

Mit Kurkuma und Galgant marinierter Fisch, der erst über Holzkohle gegrillt und dann frittiert wird. Serviert wird er mit Nudeln, Salat und vor allem viel frischem Dill.

Als in den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts die Familie Down begann in der Hang Son – einer kleinen Straße in der Altstadt Hanois -, aus ihrer Vorliebe für gegrillten Fisch einen Beruf zu machen, konnte keiner ahnen, dass daraus einmal das bekannteste Gericht Hanois werden sollte.

Der Name Cha Ca steht für gegrillten Fisch, während La Vong der Name eines sagenhaften Fischers aus der Zhou Dynastie 1000 vor Chr. ist. La Vong wird nachgesagt, dass er eigentlich gar nicht fischen gehen wollte, da der Haken seiner Angel, die er über der Schulter trug nicht gebogen, sondern gerade war. Als Schüler Konfuzius meditierte er wohl lieber als zu fischen.
Später wurde nicht nur die Straße nach dem Gericht Cha Ca benannt, sondern jeder Reiseführer macht einen Besuch des Cha Ca La Vong zur Pflicht.

Das alte Haus mit seinem Restaurant im ersten Stock, den man über eine schmale Holztreppe erreicht, ist weitgehend unverändert erhalten, wenn auch die Küche sich dem Besucheransturm etwas gebeugt hat und das dort gereichte Gericht mittlerweile gewisse Feinheiten vermissen lässt.

Dem Original am nächsten kommt die Zubereitung in Mai und Didier Corlous Restaurant Madame Hien. Madame Hien heisst die Grossmutter von Mai Corlou, der Ehefrau des französischen Spitzenkochs Didier Corlou und nach ihr ist das Restaurants benannt. Hier serviert man alle Gerichte der Strassenküche, aber auch solche aus dem Erbe der französischen Kolonialzeit.

Mme Hien Essen (1 von 1)1500 Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Sommerrollen mit Mango bei Madame Hien

Madame-Hien-1.-Stock Pho Bo zu jeder Tageszeit - Street Food in Hanoi

Der Innenraum der ehemaligen spanischen Botschaft

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