Sakura Phu Quoc: Kiem’s Familienküche auf Phu Quoc

Sakura Phu Quoc, ein Familienrestaurant mitten im bewaldeten Norden der Insel. Im Sakura Phu Quoc gibt es traditionelle vietnamesische Familienküche.

Wir verlassen die kleine, aber lebhafte Hauptstadt Duong Dong der Insel Phu Quoc Richtung Norden, umfahren erst auf einer holprigen Lehmpiste den ehemaligen Flughafen, um dann die – asphaltierte – Hauptstraße Richtung Norden zu erreichen.
Anfangs geht es noch an Neubaugebieten vorbei, später sind es nur noch Buschwerk und Wald, die die Straße säumen, manchmal unterbrochen von kleinen Häusern am Straßenrand.

Nach ein paar Kilometern steht links ein Hinweisschild “Sakura”. Im ersten Moment denken wir an ein japanisches Restaurant, das sich den Fischreichtum der Insel zu Nutzen macht.

Neugierig geworden biegen wir ab und landen nach 500 Metern in einem kleinen “open air”-Restaurant, das lediglich mit einem Dach vor Regen geschützt ist.
Sofort kommt ein freundlicher junger Vietnamese mit zwei Speisekarten bewaffnet auf uns zu und weist uns einen der freien Tische zu. Das Lokal ist recht gut besucht und ein Blick auf die – englische – Speisekarte macht schnell klar, dass es hier klassische vietnamesische Küche aus dem Mekong-Delta gibt:
Frittierte und frische Frühlingsrollen, Gefüllter Tintenfisch, Hähnchencurry, Fisch im Tontopf sind nur einige der Gerichte, die sofort Appetit machen.

Wir bestellen, essen und sind begeistert! Leckere, vietnamesische Hausmannskost. Schnell kommen wir mit der Chefin Kiem ins Gespräch und fragen sie nach dem ungewöhnlichen Namen des Restaurants:

Sakura bedeutet auf japanisch “Kirschblüte” und ist eine Hommage an ihren japanischen Vater, der während der japanischen Besetzung Vietnams in den 40er Jahren ins Land kam. Kennengelernt hat sie ihn leider nie, da er vor ihrer Geburt verstarb.
Während des Vietnamkriegs wuchs Kiem im Mekong-Delta auf. Sie erlebte die Bombardements der Amerikaner, während sie das Essen zu ihrer Familie brachte, die in den Reisfelder arbeitete. Später verkaufte sie gekochte Süsskartoffeln und Erdnüsse an ihre Klassenkameraden und begann so schon früh andere Menschen mit Essen zu verwöhnen.
In den 70er Jahren kochte sie für die US-Armee in Saigon. Dort lernte sie einen amerikanischen GI kennen. Sie heirateten und bekamen eine Tochter, die allerdings früh verstarb. Nach Ende des Kriegs verließ sie ihr Mann und ging nach Amerika zurück.
Später lernte sie Bé, einen Vietnamesen kennen. Er hatte gerade drei Jahre im Gefängnis verbracht, da er – wie viele Südvietnamesen – versucht hatte vor den anrückenden kommunistischen Truppen Nordvietnams mit dem Boot z fliehen.
Kiem und Bé heiraten, bekommen 3 Kinder und verließen Saigon, um nach Phu Quoc zu ziehen. Dort eröffnete Kiem das Sakura, in dem wir gerade sitzen.


Wir fragten sie nach den ihren Rezepten und sie lädt uns spontan für den nächsten Morgen in ihre Küche ein. Das Faszinierende an vietnamesischen Köchinnen ist, mit wie wenig Küchenwerkzeug sie auskommen und trotzdem schnell und präzise ein exzellentes Essen zustande bringen.

Ein Schneidbrett, ein Messer und los geht’s. Gemüse schälen und schnippeln, Fleisch und Fisch putzen und zuschneiden,  Zitronengras und Ingwer hacken. Ein kleiner Topf, etwas Öl, Salz, Zucker und die obligatorische Fischsauce und nach kurzem Anbraten riecht es schon lecker.

Wir kochen verschiedene Gerichte aus ihrem Repertoire, davon auch einige vegetarische, schreiben eifrig mit und machen Fotos.
Zum Abschied versammelt sich die ganze Familie, Kiem umarmt uns und wir müssen versprechen wieder zu ihr ins Sakura Phu Quoc zu kommen.

PhuQuoc_Kiem 2 Sakura Phu Quoc: Kiem’s Familienküche auf Phu Quoc

Kiem in ihrer Küche

Thit Kho, Schweinefleisch in Karamellsauce Sakura Phu Quoc: Kiem’s Familienküche auf Phu Quoc

Thit Kho, Schweinefleisch in Karamellsauce

Vegetarische Frühlingsrollen mit Tofu Sakura Phu Quoc: Kiem’s Familienküche auf Phu Quoc

Vegetarische Frühlingsrollen mit Tofu

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