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Malaysische Biskuits wollen die Welt erobern

Knusprig blättrige Kugeln, die beim Hineinbeißen eine zarte, pudrige Füllung aus süßen gedämpften Mungbohnen freigeben. Das sind Tau Sar Peah. Eine Spezialität, die es nur in Penang/Malaysien gibt. Und auch hier nur in zwei Manufakturen: Ghee Hiang und Him Heang.

Wir durften die ältere der beiden Manufakturen, Ghee Hiang, besichtigen. Selbstverständlich inklusive Verkostung der noch heißen Biskuits frisch aus dem Ofen. Seit 1856 werden diese köstlichen Biskuits hier hergestellt. Noch immer nach dem Originalrezept der Gründer, die ursprünglich aus der chinesischen Provinz Fujian stammen und von dort auch ihr Rezept mit nach Penang brachten.

Interessiert schauen wir uns in der Manufaktur um. Heike weiß gar nicht, wo sie anfangen soll. Es bieten sich ihr unzählige Motive. Eines schöner als das andere. Ich konzentriere mich voll und ganz darauf, so viel wie möglich über die Herstellung der Tar Sar Peah zu erlernen: Für die Füllung aus Mungbohnen werden diese zunächst über Nacht eingeweicht, am nächsten Tag in einem großen Kessel über dem Feuer gedämpft und anschließend zu einer klebrigen Paste vermahlen. Gewürzt nur mit Salz und Zucker wird die entstandene Masse dann zu einem langen Strang geformt. An einer anderen Stelle in der Manufakturküche wird zur gleichen Zeit der Teig hergestellt. Ein Blätterteig, der später beim Backen – wie es die Bezeichnung verlangt – wunderbar leicht und blättrig aufgeht.

Zum Schluss werden die kleinen Köstlichkeiten in einer atemberaubenden Geschwindigkeit eine nach der anderen gerollt. Dazu wird mit der einen Hand eine kleine runde Teigplatte geformt. Die andere fügt ein haselnussgroßes Stück der Füllung hinein und mit beiden Händen daraus ein Bällchen geformt. Dieses wird noch flott mit Eigelb bestrichen und schon geht’s ab in den Ofen. Nach nur wenigen Minuten kommen die herrlich goldgelben, nach frischer Teigkrume duftenden Bällchen wieder aus dem Ofen. Kurz abkühlen lassen und schon kann man sie genießen. Glücklicherweise lässt uns Stephy, die uns durch den Betrieb führt, ausgiebig probieren.

Verkauft werden die Tar Sar Peah abgekühlt und verpackt in bunte Geschenkkartons im angrenzenden Ladengeschäft. Das ideale Mitbringsel speziell (aber nicht nur) für chinesische Touristen. Das Geschäft läuft gut. Bei Ghee Hiang ist man aber davon überzeugt, dass viel von dem ursprünglichen Flair der Biskuits dadurch verloren geht, dass sie nicht mehr frisch aus dem Ofen verkauft werden. Aus diesem Grund hat man sich hier wieder auf seine Ursprünge besonnen und vor Kurzem ein eigenes Café eröffnet. Ganz entgegen dem aktuellen Trend – hin zu Croissants, Cup Cakes und Co – werden im Teel Heritage Cafe die Tar Sar Peah wieder ofenfrisch serviert. Sollte das Konzept erfolgreich sein, plant das Ghee Hiang die Idee auszuweiten und eine Franchise Kette zu etablieren. Heike und ich sind uns sicher, dass es ein Erfolg wird und warten schon darauf, dass die Tar Sar Peah nach Deutschland kommen.

Am Fuße der Cameron Highlands – in Ipoh – haben wir übrigens eine ähnliche Spezialität gefunden. Dort stand vor einem Laden eine vielversprechend lange Schlange, die uns neugierig machte. Schnell entdeckten wir, dass an ihrem Anfang Gebäck direkt vom Ofenblech verkauft wurde. Also stellten auch wir uns an. Als aber der Inhaber uns bemerkte, lotste er uns an der Schlange vorbei, ließ Heike Fotos machen und versorgte uns mit reichlich Reiseproviant. Manchmal hat es auch Vorteile als westlicher Touristen hier in der Gegend unterwegs zu sein. Westliche Touristen sind hier noch immer eher die Ausnahme.

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