Büffelhaut und Schlangenbohnen – Laotische Küche

Laos, Land der Millionen Elefanten wie es früher hieß, ist umschlossen von China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar und hat somit als einziges Land Südostasiens keinen Zugang zum Meer. Zum Ausgleich fließt der Mekong durch Laos. Der Mekong ist einer der großen Ströme der Erde, durchfließt Laos von Nord nach Süd und bildet damit die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen.

Ebenfalls von Nord nach Süd zieht sich an der Grenze zu Vietnam die dicht bewaldete Bergkette der Annamiten, die bis zu 2800m Höhe erreicht. Der Lebensraum für eine Vielzahl von Bergstämmen.

Laos_Mekong1500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Am Ufer des Mekong

Laos_Wälder 21500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

In den Bergen der Annamiten

Die alte Königstadt Luang Prabang im Norden mit ihren goldglänzenden Pagoden und ihren in safrangelbe Gewänder gekleideten buddhistischen Mönchen ist heute das Hauptziel für Touristen, aber auch die lediglich 750.000 Einwohner große Hauptstadt Vientiane in der Mitte des Landes mit ihrem beschaulichen Flair aus der Kolonialzeit zieht viele an.
Das eigentliche Laos lernt man aber abseits der Städte in den Dörfern entlang des Mekong oder in den von Tälern und Schluchten durchzogenen Wäldern mit Wasserfällen, exotischen Pflanzen und Tieren kennen.

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Traditionelles Haus in Luang Prabang

Laos_Vientiane 21500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Patuxai Triumphbogen in Vientiane

Laos_Berge 21500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Bergvölker sammeln Früchte und Wurzeln

Nach dem Ende der französischen Besatzung übernahm im Jahre 1954 der Pathet Lao, die kommunistische Partei die Macht, die sie bis heute auch hält. Politisch orientiert sich niemand mehr an den Idealen von Marx und Lenin, jedoch vereinigt die Partei nach wie vor alle Macht in ihren Händen, keine Spur von Demokratie, dafür umso mehr Korruption.

Wirtschaftlich gehört Laos  zu den Ländern mit dem weltweit niedrigsten Bruttosozialprodukt. Die wichtigsten Exportgüter sind tropische Hölzer, Bodenschätze und Bekleidung. Durch Wasserkraft kann Elektrizität für den Export in die Nachbarländer erzeugt werden. Vor allem China investiert hier kräftig in Staudammprojekte, die allerdings rücksichtslos die Natur zerstören und noch bis ins vietnamesische Mekongdelta Auswirkungen haben. Die Gewinne aus diesen Projekten wandern – wie auch die die Holzexporte – in die Taschen von Funktionären, die ökologischen Verluste werden von der Bevölkerung getragen.
In den letzten Jahren hat sich jedoch ein sanfter Tourismus zu einer Einnahmequelle für das ganze Volk entwickelt.

Reich ist das Land mit Schätzen der Natur gesegnet, das Klima ist ideal für das Wachstum aller Arten von Gemüse, in den Wäldern findet man seltene Kräuter und Pflanzen und der Mekong ist eine schier unerschöpfliche Quelle für Fisch.

Kulinarisch ist Laos noch weitgehend unentdeckt, es gibt gerade einmal nur eine Handvoll Kochbücher weltweit über dieses Land. Dabei ist die Küche es wert entdeckt zu werden. Süßwasserfisch aus dem Mekong, schmackhaftes Schweine- und Hähnchenfleisch aus bäuerlicher Haltung und das dunkelrote kräftig schmeckende Büffelfleisch sind Proteinlieferanten.

Laos_Markt 21500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Auf dem Markt in Vientiane

Gemüse wie Auberginen, grüne Papayas und Schlangenbohnen vermischt mit frischem GalgantZitronengras und Tamarinde, dazu duftende Kräuter wie BasilikumKoriander und Minze: Das ist in Kurzform die laotische Küche, neben der vietnamesischen die frischeste und leichteste Südostasiens.

Basis jeder Mahlzeit ist natürlich wie in ganz Asien Reis. In Laos ist es allerdings Klebreis und das ist einzigartig in Asien. Der Reis wird gedämpft und in kleinen Bastkörbchen serviert. Während der Mahlzeit formt man ihn mit der Hand zu kleinen Bällchen, mit denen das Essen dann aufgenommen wird.

Laos_sticky rice1500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Der traditionelle Reiskocher

 

Die überall in Südostasien verwendete Fischsauce ist in Laos aus Süßwasserfisch hergestellt, heißt padaek und schmeckt deutlich intensiver.

In den Wäldern lebenden Bergstämme sammeln viele wild wachsende Kräuter und Gewürze für ihre Küche. So gibt es einen Baum, der das sogenannte Pfefferholz liefert, mit dem zum Beispiel das Or Lam gewürzt wird. Ein leichtes Schmorgericht mit dem Fleisch des Wasserbüffels mit Gemüsen wie Auberginen, Pilzen und Schlangenbohnen.

 

Ein typisches Gericht ist laarp, ein Salat aus rohem und gekochtem Hackfleisch oder Fisch, vermischt mit geröstetem Reis, vielen frischen Kräutern und Gewürzen und vor allem Chilis. Gewürzt wird er mit Fischsauce und Limettensaft.

Dips – jeow genannt – aus über Holzkohle gegrillten Gemüsen haben einen angenehm rauchigen und trotzdem frischen Geschmack. Sie isst man zusammen mit rohem Gemüse.

Der uns bekannte thailändische Papaya-Salat som tam ist eigentlich laotischen Ursprungs und wurde von laotischen Einwanderern nach Nord-Ost-Thailand gebracht. Eine Küche, die frisch, leicht und gesund, aber trotzdem gut gewürzt, in Europa große Chancen hat.

Für Bierliebhaber: Man sagt, dass das einheimische Beer Lao das beste Bier Südostasiens sei. Es wird mit Reis gebraut, Hopfen und Malz kommen angeblich aus Deutschland. In sympathischen 660ml Flaschen eisgekühlt serviert, ist es in jedem Fall ein Genuss.

Laos_OrLam1500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Or Lam – Ein Schmorgericht mit Pfefferholz

Laos_Laarp1500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Larp – Erfrischender Salat

Laos_gegrillter Fisch1500 Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

Mekongfisch vom Grill

Laos_Bier Büffelhaut und Schlangenbohnen - Laotische Küche

 

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